Hyundai Santa Fe - mein Neuer. Das beste Auto, das ich je hatte.

Ok, eigentlich ist der Hyundai eher groß als neu, aber die 13 Jahre sieht man dem Wagen wirklich nicht an. Er ist sowas von penibel sauber und makellos, als wäre er gerade frisch vom Band gekommen. Das, genau das war der Grund, warum ich mich bei der Probefahrt, bei der ich in Wirklichkeit nur mitgefahren war, auf den ersten Blick in das Auto verliebt hatte.

So ein edles Auto habe ich schon lange nicht mehr gehabt.

Was nicht heißt, dass meine Twingo-Variationen schlecht waren. OMG, was habe ich mit denen alles erlebt! Bis Portugal bin ich gekommen mit meinem “Postkastl”. 206.000km hatte er da schon am Buckel, und ich hatte mich gerade erst halbwegs von meinem Unfall erholt. Aber das ist eine andere Geschichte …  

Jetzt beginnt ein neuer Autoabschnitt in meinem Leben.

Mögen mir alle Schutzengel immer zur Seite stehen
und mich beschützen auf allen meinen Wegen!

So einen großen Wagen hatte ich noch nie.

Ich hatte auch noch nie ein Auto, dass trotz des hohen Alter noch derart gepflegt war. Für meinen Mann ist ein Auto ein Nutzfahrzeug. Daher darf er auch nur von A nach B fahren mit dem Hyundai. Transportieren darf er nix damit. Dafür hat er sein Auto. Wir werden uns den Hyundai zu einem Genussfarhzeug machen.

Ich hatte noch nie ein so umfangreich ausgestattetes Auto. Mein Mann fuhr immer tolle Firmenautos, aber mit denen bin ich höchstens mitgefahren.

Meine letzten 3 Autos waren ein gelber (mein “Postkastl”), ein roter und ein weißer Renault Twingo.

Und jetzt auf einmal dieses Riesending. Was habe ich mir dabei nur gedacht?

Also, um ganz ehrlich zu sein, ICH stelle mir diese Frage nicht wirklich. 

Meine Familie dafür umso deutlicher.

 

Elisabeth_HyundaiSantaFe_seitlich
Hyundai Santa Fe - a scheens Wagerl!
Elisabeth_HyundaiSantaFe_Kofferraum
Hyundai Santa Fe - Wow, so viel Platz!

Wir hatten mal einen Audi 100, daher ist es mir nicht völlig fremd, ein großes Auto zu fahren – aber das ist schon so lange her.

Mit den großen Firmenautos meines Mannes war ich nie gefahren. Ich war zur Kleinwagenfahrerin geworden. Immerhin habe ich auf jeden Twingo gut 250.000km raufgefahren. Ich liebe diese Marke, diesen Typ nach wie vor.

Aber die neue Twingo-Serie hat im Unterschied zur alten nicht die Option, dass man die Sitze eben umlegen kann. Daher ist das Schlafen mittlerweile unmöglich geworden. Ich fühle mich ehrlich gesagt schon ein bisserl zu alt, dass ich mich nächtelang in U-Hagerl-Position im Auto quäle. Nach der 5. Nacht war Schluss. 

Ich liebe es, in meinem Auto zu schlafen, aber dazu mußte jetzt unbedingt ein geräumigeres Auto her.

3 Punkte, die mein Auto erfüllen muss

Geräumig muss er sein!
Kastenwagen, Bus, Wohnmobil ...?
Wohnmobil kann ich mir keines leisten - außerdem, mit sowas Großem bin ich doch noch nie gefahren. Ein Bus zum Umbauen wäre cool, aber wirklich günstig sind die auch nur, wenn sie schon viele km am Buckel haben. Eine Mercedes Vito hätte ich mir anschauen wollen, mit 350.000km. Ja ok, man kann sicher 500 rauffahren, und ich hätte mich auch drübergetraut. Aber leider war er weg, bevor ich Kontakt aufgenommen hatte.
Geräumig muss er sein!
Verlässlich muss er sein!
Der wäre doch was für dich ...
Meine Schwester hat mir das Auto eines Bekannten empfohlen. Eigentlich garnicht das, was ich gesucht hatte, und so alt, und so viele Kilometer ...
"Aber so sorgfältig gepflegt. Und jedes Service wurde lückenlos gemacht. Alles unter Kontrolle. Alles erledigt. Da erlebst du keine Überraschungen."
Naja, das war ein Argument. Mann kann ihn sich ja mal anschauen.
"Nur schauen!"
Verlässlich muss er sein!
Und vor allem sicher muss er sein!
Ups, der Hyundai Santa Fe ist aber groß ...
"Und sicher".
Das stimmt! Ich war eingestiegen und hatte das Gefühl, von einem Bären in die Armen gehalten und beschützt zu sein. Kein Vergleich mit meinem Twingo. Ehrlich gesagt hatte ich mir dieses Gefühl vorher garnicht vorstellen können. Daher hat es mich umso mehr fasziniert.
Und vor allem sicher muss er sein!

Ich kann das nicht - oder doch?

Warum in aller Welt schaue ich mir ein Auto an, bei dem ich mir nicht vorstellen kann, dass ich es auch fahren kann?

Also ehrlich gesagt kann ich darauf keine Antwort geben – außer … Vielleicht habe ich ganz hinten in meinem Denkapparat gewusst, dass ich es zumindest erlernen kann – wenn ich erst mal dazu bereit bin.

Zum Glück war mein Mann bereit, die Probefahrt für mich zu machen.

Das wollte ich nicht hören …

Der begeisterte Verkäufer – oh, man hat sofort gespürt, dass er sein Auto all die Jahre lang von Herzen wertgeschätzt und entsprechend liebevoll behandelt hatte – hat mir im Gespräch u.a. auch erklärt, ich soll mich nicht blind auf die Allrad-Funktion verlassen. Wenn es eisig ist, kann er bei Unachtsamkeit trotzdem rutschen.
Oje, das war nicht das, was ich in diesem Moment hören wollte. Sofort war wieder mein Unfall präsent in meinen Gedanken (beim bergab Gehen am Eis ausgerutscht, auf den Hinterkopf gefallen, Gefäß im Kopf eingerissen, bewusstlos …). Aber das konnte er ja nicht wissen.

Mich selber hinters Lenkrad setzen und fahren war in dem Augenblick in weite Ferne gerückt. Aber der Hans, wie ich ihn mittlerweile nennen darf, hat mir zum Glück doch wieder gut zugeredet, und zumindest hatte ich meinen Mut zusammengenommen und war dann doch noch eine Runde in der Tiefgarage gefahren.

Soooo ge.., ups, “cool” wollte ich sagen.

Unmöglich

Meinem Mann hatte das Auto auch gefallen. 155 Pferde unterm Hintern, Automatik und sonst noch einige Ginkerlitzchen, die das Fahren angenehm machen. Alles schien perfekt.

Weil er kein einziges Wort gegen das Auto fand, war ich schon sicher, er würde gleich mit dem Preisverhandeln anfangen.

Weit gefehlt. Wieder daheim erklärte er mir, dass dieses Auto ein absolutes Hirngespinst wäre. In der Erhaltung viel zu teuer. „Egal was du an diesem Auto machen lässt, es kostet ein Vermögen. Da kannst du dir ja nicht mal neue Reifen leisten. Und erst die Versicherung. Und was der schluckt.” Ein bisserl später stellt sich dann heraus, worum es ihm wirklich ging: “Die 155 PS bringen dich um …“ So ging es noch den ganzen Abend weiter.

Zu spät. 

Ich war verliebt, und innerlich hatte ich ihn schon gekauft. Verliebtheit hat halt nichts mit Logik zu tun. Verliebtheit heißt aber auch, dass man den Mut aufbringt fürs Abenteuer.

 

 

Die erste Fahrt mit dem Hyundai Santa Fe

“Wie ging das noch mal mit dem Starten? Ah, ok. 

Na bumm, so groß! So viele Funktionen! So ein schweres Auto. So ein starkes Auto. Wie bringen ich den um die Kurve. OMG, der wird mir bergab davon fahren.

Finger weg vom Schalthebel!!!

Linken Fuß weg – das ist nicht die Kupplung, das ist die BREMSE!!!

Schau auf die Straße!

Hallo – konzentriere dich auf die Straße!!!” 

Ich war noch keine ganze Stunde Besitzerin, hätte ich ihn auch schon fast zu Schrott gefahren. Zum Glück ist das Auto groß genug für alle meine Schutzengel, die natürlich auch bei meiner Jungfernfahrt unbedingt mit an Bord kommen mussten. Sie waren keine Minute arbeitslos. “Oh verdammt, den habe ich  geschnitten. Das war Millimeterarbeit. Danke lieber Unbekannter, dass du so souverän reagiert hast, sonst wäre mein neues Auto für mich Geschichte gewesen, und das wäre dann sicher noch das geringste Problem gewesen.”
Ich glaube, an meinen Schläfen konnte man mein Herz pochen sehen, und meine Knie waren vor lauter Zittern fast nicht mehr zu gebrauchen.

Ich schaffe das nicht! NIE!

Ich MUSS es aber schaffen, ich habe das Auto ja schon gekauft. “OK Mädel, konzentriere dich. Du holst jetzt wie vereinbart Hans ab, und er wird dir den Mechaniker vorstellen, der dieses Auto kennt wie seine Westentasche. Du wirst dabei ganz langsam fahren, gaaaanz langsam, verstehst du, wirklich gaaaanz langsam! Du schaust in jeden Spiegel 2mal, bevor du eine Handlung setzt. Nicht nur nach vorne und hinten, sondern beim Parken auch nach unten schauen – Kinder sind nämlich nicht mehr auf Augenhöhe mit dir! Du kümmerst dich nicht, was die Anderen denken. Wenn schon crazy, dann lieber verkehrsbehindernd langsam, als gefährdend schnell.”

Und weil ich auf meine guten Ratschläge höre, fuhr ich langsam. Dachte ich zumindest. Das Auto rollte so leise und gemächlich dahin, dass ich mir mutig zugeredet hatte, ein bisserl mehr als 40 dürfte ich wohl doch fahren. Hoppala, der Tacho zeigte siebzig. 70 kmH und so ruhig! Da hätte der Twingo schon andere Laute von sich gegeben.

Ich glaube, Hans hat Blut geschwitzt neben mir, aber seine Stimmlage hatte sich kein bisserl verändert. Da merkt man halt den Profisänger! Was habe ich für ein Glück, dass er so geduldig war. Das hat mir so viel Mut gemacht. Danke Hans!

Heute sind wir schon (fast) ein eingespieltes Team, mein Hyundai Santa Fe und ich. 

Mit dem Tempomat muss ich mich noch gründlicher vertraut machen. Step by Step!

Danke!

Ich bedanke mich jedes Mal beim Aussteigen, dass er mich so souverän, sicher und angenehm an mein Ziel gefahren hat! Und bei meinen fleißigen Schutzengeln bedanke ich mich natürlich auch!

Einen Namen mag ich meinem Hyundai noch geben. 

Der wird sich wohl im Laufe der nächsten Fahrten entwickeln. 

Wir werden sicher noch sehr viel erleben – mein Großer und ich!

 

 

Fotos: Hans Gelsinger

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Über mich

Jahrgang 1959, Ehefrau, Mutter, Großmutter und lebenslustige Pensionistin. Meine Hobbys neben der Familie und dem Schreiben sind unser Garten, lesen und reisen.

Ich lebe in Christkindl, das neben einer schönen Kirche in der Weihnachtszeit auch ein …

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